Ausfüge nach Goli otok (Kroatien Alkatraz)

Goli otok
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Sicherlich ist der attraktivste Ausflug der zur Insel Goli otok auf der sich das „Verufene Gefängnis“ befindet, das die Touristen liebevoll das «kroatische Alkatraz» nennen. Unter fachkundiger Führung verwandelt sich der Ausflug in eine richtige Reise durch die grausame Geschichte dieser Insel, auf der viele Unschuldige ihr Leben ließen und nur,  weil sie nicht der gleichen Meinung waren, wie die damaligen Parteiführer des kommunistischen Regimes. Eine Vielzahl von Gefängnisgebäuden und Arbeitshäusern zeugen von dem schweren Schicksal der Gefangenen auf den nackten Felsen, der peitschenden Kälte der Winterwinde und der brennendheißen Sommersonne. Auf der Insel befindet sich eine kleine Gaststätte in der Sie sich nach dem Gefängnisrundgang erfrischen können. Sie können einem kleinen Zug, zur leichteren Fortbewegung auf den Inselwegen, nehmen und ein Souvenir zur Erinnerung an ihren Inselaufenthalt erstehen.

Die nackte Insel, oder "Kroatischer Alcatraz" wie sie gerne genannt wird, ist nach dem Zweiten Weltkrieg eines der bekanntesten und berüchtigsten Gefängnisse Europas, es wurde im Jahre 1948 geöffnet und 1988 geschlossen.

Obwohl sich hier zur Zeit des Ersten Weltkrieges kurz russische Gefangene aufgehalten haben, ereignete sich die schrecklichste Geschichte der Insel zur Zeit des "Informbüros" von 1949-1958, wann hier politische Gefangene, Gegner des derzeitigen kommunistischen Tito-Regimes, beziehungsweise Folger des Stalin-Regimes, gehaftet und gefoltert wurden. Laut einiger Statistiken haben über 16 000 Verurteilte die Hölle der nackten Insel durchgemacht (von denen verloren 400 ihr Leben durch Erschöpfung oder Krankheit), es geschah auch, dass sich dort im denselben Zeitpunkt 3 500 Verurteilte aufhielten.

Auf der nackten Insel wurden furchtbare Bestrafungen angewendet alle mit dem Ziel, dass der Verurteilte seine Persönlichkeit verliert. Gleichzeitig wurden die Verurteilten auf harte physische Arbeit in Steinbrüchen und verschiedenen Betrieben gezwungen... 

Bei der Ankunft der ersten Verurteilten am 09.07.1949. war die Insel vollkommen nackt, die Bewalderung und den Aufbau haben die Verurteilten selbst geschaffen.  Starker Windstoss in den Wintermonaten und unerträgliche Hitzen während den Sommermonaten haben ihnen das sowieso mühsame Schicksal nur noch zusätzlich erschwert. 

Im Jahre 1950 wurde in der Bucht von Senj ein sogenanntes Gefangenenlager R-5 erbaut, wo Frauen, politische Verurteilte die Strafe aushalten mussten und seit 1958 fingen an auch andere Kategorien von Verurteilten  (Kriminelle...), auf die nackte Insel zu kommen, doch dann wird das Regime etwas milder.

Die Flucht von der nackten Insel war sogut wie unmöglich (strenge Überwachung, starke Meeresströme, Entfernung vom Festland...), alles geschah in strengster Heimlichkeit, so dass ein Teil der Wahrheit erst jetzt angefangen hat aufs Tageslicht zu kommen.

Im Jahre 1989 übernahmen die derzeitige Gemeinde Rab, das HTP Imperial und die GP Einheit die Verwaltung über die nackte Insel. Die Insel wird für touristische Besichtigungen und Ausflüge eingerichtet und im Jahre 1992 wegen den krieglichen Ereignissen geschlossen, sie wird während den Jahren devastiert und dem Verkommen überlassen.

DAS VERWALTUNGSGEBÄUDE

Das Verwaltungsgebäude wurde zur Zeit des Informbüros (1950) aus Steinblöcken ausschliesslicher Handarbeit der Gefangenen gemeisselt.  Es war das schönste und am besten eingerichtete Gebäude auf der ganzen Insel, und deshalb wurde es von den Verurteilten als  "Hotel" bezeichnet. Hier waren die Führer des Gefängnisses, die Sachbearbeiter und die Verwaltung untergebracht. Gleich neben dem Verwaltungsgebäude befanden sich das Barbiergeschäft und das Geschäft für die Führer des Gefängnisses. 

DAS BESUCHERGEBÄUDE

Das Besuchergebäude war das erste erbaute Gebäude auf der Insel (1949), die Verurteilten nannten es "aus Stein". Bis zur Erbauung des "Hotels" (neues Verwaltungsgebäude) war hier die erste Verwaltung des Gefängnisses untergebracht. Nach der Umziehung halteten sich hier  Polizisten – Offiziere auf.

Zum Ende des Informbüros im Jahre 1956 wird das Gebäude zum Besuchen der Verurteilten genutzt. Jeder Verurteilte mit vorbildlichem Benehmen hatte das Recht auf einen Besuch im Monat und das nur von der Seite der engsten Famillie. Die Besuche dauerten von 2 Stunden bis zu 2 Tagen, abhängig vom Benehmen des Verurteilten (Erledigung der Arbeitsaufträge, Gehorchsamkeit...).

DIE KEGELBAHNHALLE – DAS KINO

Dieses Gebäude wurde 1951 erbaut und wegen der Kegelbahn, die ausschliesslich den Wächtern bestimmt war, wurde sie "Kegelbahnhalle" genannt. Darin fanden ausser dem Kegeln verschiedene Feste, Bankette und Vergnügungen statt. Später diente dieses Gebäude für Darstellungen von politischen Dokumentarfilmen für die Wächter und Verurteilten. 

INDUSTRIEBETRIEBE

Dieses Gebäude wurde während des Informbüros erbaut, wird aber erst später funktionstüchtig. Alle Verurteilten hatten einen 8 Stunden Arbeitstag, sie arbeiteten in einem der drei möglichen Betrieben (abhängig von den psycho-physischen Fähigkeiten). Für Überstunden und Arbeit über die Norm wurden sie belohnt, sogar auch bezahlt.

Holzbetrieb: in diesem wurden Holzmöbel für die Auslieferung (Amerika und Mexiko) erstellt. Die Verurteilten hatten sich für gewisse Arbeiten einschulen müssen, und hatten Möbel hoher Qualität produziert (Tische und Stühle).

Metallbetrieb: hier wurden verschiedene Metallprodukte als Vorbereitung für die Metallindustrie hergestellt (Traktorgestelle, Leitungsflansche, Teile für den Schiffbau...).

Steinbetrieb: hier wurden Terazzo Platten hoher Qualität, Betonblöcke zum Mauern... hergestellt. Stein wurde aus einigen Steinbrüchen auf der Insel herausgezogen, separiert und für verschiedene Bedürfnisse bearbeitet. Zur Zeit des Informbüros existierte eine Schiffswerft in der während einigen Jahren 3 Holzschiffe mit der Tragfähigkeit von 110 Tonnen gebaut wurden  ("1. Mai", "13. Mai" und "25. Mai"), diese Werft diente später für Remont.

 

EMPFANGS- UND ENTLASTUNGSGEBÄUDE (DIE QUARANTÄNE)

Dieses Gebäude wurde zur Zeit des Informbüros (1951) erbaut. Alle Verurteilten mussten bei Ankunft einen Monat in diesem Gebäude verbringen, um sich mit der Hausordnung und den Regeln des schönen Benehmens bekannt zu machen, ebenfalls mussten sie eine kurze Zeit bei der Entlastung darin verbringen. Hier bekamen sie ihre Standesnummer, liessen ihre zivile Kleidung und nahmen die Gefangenenanzüge und Schuhe. Während den Untersuchungen wurden ihre psycho-physischen Fähigkeiten festgestellt, aufgrund dessen man sie auf verschiedene Arbeitsplätze verteilte. Neben der Quarantäne war das Krankenhaus für die Verurteilten und Angestellten, in diesem wurden auch Operationen durchgeführt. Vor dem Gebäude befand sich das sogenannte Loch des Peters, in dem Folterungen der Verurteilten stattgefunden hatten.

 

ABTEILUNG 102 (GEFÄNGNIS IM GEFÄNGNIS)

Die Abteilung 102 wurde zum Zweck der Wacheverstärkung über den problematischen Verurteilten, die auf irgendeine Weise gegen die Hausordnung stiessen, erbaut. Alle Verurteilten auf der Insel hatten eine gewisse Bewegungsfreiheit, ausser in der Abteilung 102, wo die Bewegungen auf eine Spazierstunde im Kreis von 50 m2 beschränkt waren. Im Erdgeschoss befanden sich 20 Einzelzellen, und im Obergeschoss war ein Stationär für ca. 50 Verurteilte. Hinter der Abteilung 102 befanden sich das Krankenhaus und die Schule (erbaut nach 1958), wo sich die Verurteilten für verschiedene Handwerke schulen konnten.

 

DAS RAPPORTSGEBÄUDE

Das Rapportsgebäude wurde während des Informbüros (1950) erbaut, im Obergeschoss halteten sich darin zuerst Wächter auf und im Erdgeschoss waren Einzelzellen. Später befand sich dort die Standesevidenz, der materielle Dienst (Logistik) zur Versicherung von Nahrung, Getränken und all den anderen Bedarfsartikeln, in der neueren Zeit halteten sich in diesem Gebäude Erzieher auf, welche die Verurteilten zum Gesprächeführen besuchten. Jede Gruppe der Verurteilten hatte seinen eigenen Erzieher, der auf ihre Arbeit und Benehmen achtete und auch beim Lösen ihrer Probleme geholfen hatte.

DIE DRAHT

Das ist ein mit Draht umzäuntes Komplex von Gebäuden, daher auch der Name. Innerhalb der Draht befanden sich Baracken zum Schlafen (Pavillons), die Kantine oder Mensa, die Bäckerei, der Kesselraum, die Wäscherei und das Nahrungslager. Um die Draht herum befanden sich die Wächterplätze mit Reflektoren, so dass die Verurteilten ständig unter strenger Aufsicht waren. Anfangs der 70-er Jahre errichtete man im Obergeschoss der Kantine Schlafzimmer für 300 Verurteilte des Steinbetriebes (Abteilung 1), es wird auch das Gebäude des Metall- und Holzbetriebes (Abteilungen 2 und 3) für ungefähr 400 oder 500 Verurteilte gebaut. Mit der Erbauung dieser Abteilungen verlässt man die ursprünglichen Pavillone und anfangs der 80-er Jahre werden sie komplett zerstört. Hinter den Abteilungen 2 und 3 war in den 50-er Jahren eines der modernsten Kinos im Staat erbaut, in diesem wurden Filme, sowie Theaterstücke dargestellt.  Eines der wichtigsten Gebäude in der Draht war da sogenannte ZENTRUM, das im Jahre 1949 erbaut wurde, wo man die Kartei der Verurteilten, die Zensur der Post, die Numerierung und allle anderen notwendigen Evidentierungen geführt hatte. In diesem Gebäude haltete sich der Versicherungsaufseher für das ganze Komplex auf. In der neueren Zeit wurden Sportplätze für die Verurteilten gebaut.